Hundepension

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Die Welpenzeit ist eine sensible Phase. In kurzer Zeit wächst aus einem kleinen Hundekind ein belastbarer Junghund – oder eben nicht.
Die Art der Fütterung spielt dabei eine zentrale Rolle. Und trotzdem herrscht gerade hier viel Unsicherheit.

Mehr Futter? Mehr Protein? Extra Calcium? Gelenkzusätze zur Sicherheit?
Was gut gemeint ist, kann im Wachstum schnell das Gegenteil bewirken.

Dieser Artikel soll helfen, die Welpenfütterung besser zu verstehen – unabhängig davon, ob Trockenfutter, Nassfutter oder Frischfütterung gewählt wird.


Wachstum ist kein Wettlauf

Ein häufiger Irrtum in der Welpenfütterung ist die Vorstellung, dass schnelles Wachstum ein Zeichen guter Versorgung sei. Tatsächlich gilt das Gegenteil. Welpen sollen gleichmäßig und kontrolliert wachsen. Zu viel Energie – egal aus welcher Fütterungsform – beschleunigt das Wachstum, ohne Knochen, Gelenke und Bindegewebe entsprechend stabiler zu machen.

Gerade bei mittelgroßen und großen Rassen ist das relevant:
Knochen wachsen schneller als Muskeln und Sehnen, Gelenke sind noch instabil. Wird das Wachstum zusätzlich „angeschoben“, steigt das Risiko für spätere orthopädische Probleme deutlich. Ein schlanker Welpe ist deshalb kein Mangel, sondern ein Schutzfaktor.


Wachstumskurven richtig lesen

Wachstumskurven sind ein hilfreiches Werkzeug – wenn man sie richtig nutzt. Sie zeigen, wie sich das Gewicht im Verhältnis zum Alter entwickelt, nicht aber:

  • die Qualität der Knochen
  • die Stabilität der Gelenke
  • die Körperzusammensetzung

Die mittlere Linie einer Wachstumskurve ist kein Zielwert. Viele gesunde Welpen wachsen dauerhaft darunter.

Entscheidend ist nicht, wo der Punkt liegt, sondern wie er sich bewegt:
Ein gleichmäßiger Verlauf ohne steile Sprünge spricht für gesundes Wachstum.


Energie steuert das Wachstumstempo

Welpen brauchen Energie – fürs Leben und fürs Wachstum.
Aber: Mehr Energie macht Wachstum schneller, nicht automatisch besser.
Deshalb ist es sinnvoll, die Futtermenge regelmäßig anzupassen:

  • wöchentlich wiegen
  • Körperform beurteilen (Taille, tastbare Rippen)
  • bei Bedarf kleine Anpassungen vornehmen

Nicht Zahlen sind der Maßstab, sondern der Hund selbst. Außerdem sorgt zu viel Energie auch gerne mal zu mehr Aufregung. Dann hat man einen hibbeligen Energiebolzen, der nicht entspannen kann.


Futterumstellung: Wann sinnvoll – und wann nicht

Nicht jede Futterumstellung im Welpenalter ist notwendig. Wenn ein Welpe gut wächst, stabilen Kot hat und sich wohlfühlt, profitiert er oft mehr von Kontinuität als von Optimierung.

Eine Umstellung kann sinnvoll sein, wenn:

  • das Futter klar unausgewogen ist
  • Verdauungsprobleme bestehen
  • langfristig eine andere Fütterungsstrategie geplant ist

Wichtig ist ein langsames Vorgehen. Zu schnelle Wechsel gehören zu den häufigsten Ursachen für Durchfall im Welpenalter. Immer wieder habe ich Kunden, die in der Welpen/Junghundezeit schon 6-10 verschiedene Futtersorten gefüttert haben und immer wieder hin- und herwechseln. Abwechslung sei ja gesund. Das gilt so für den Hund aber nicht. Schnell macht man dann mehr kaputt, als man denkt.


Proteinvielfalt mit Bedacht

Vielfalt klingt positiv – kann im Welpenalter aber strategisch ungünstig sein.

Futtermittelunverträglichkeiten zeigen sich häufig erst später.
Wer im Welpenalter bereits viele oder exotische Proteinquellen füttert, „verbraucht“ wertvolle Optionen für eine spätere Ausschlussdiät.

Vermutet ein Tierarzt eine Unverträglichkeit wird gerne mal ein Hyposensitiv Futter mit Pferd empfohlen. Proteine wie Pferd gelten allerdings nicht als hypoallergen, sondern lediglich als selten gefüttert. Auch sie können Allergien auslösen – sobald das Immunsystem sie kennt. Dass einzige was bei Unverträglkichkeiten sinnvoll hilft ist eine Ausschlussdiät. Ja da ist mal etwas Disziplin gefordert, aber sie zahlt sich aus. Und mal ehrlich: 12 Wochen durchhalten sind besser als unzählige Futterwechsel, Tierarztbesuche und ein kranker Hund!

Deshalb gilt:
Einige wenige, gut verträgliche Proteinquellen reichen völlig aus.


Leckerlis: kleine Snacks mit großer Wirkung

Leckerlis sind gerade im Welpen- und Junghundealter super wichtig. Schließlich wird in dieser Zeit am meisten trainiert. Dabei werden sie oft unterschätzt. Sie können nämlcih die tägliche Energie- und Mineralstoffzufuhr deutlich beeinflussen.

Viele gängige Snacks enthalten:

  • viel Protein
  • viel Phosphor
  • zusätzliche Energie

Gerade getrocknete Fleischsnacks, Knochenprodukte oder Käse können das Calcium-Phosphor-Verhältnis ungünstig verschieben.

Leckerlis sollten deshalb:

  • klein dosiert werden
  • möglichst aus der Tagesration berücksichtigt werden
  • einfach zusammengesetzt sein

Auch Leckerlis sind Futter – und zählen mit.


Supplements: gut gemeint ist nicht immer sinnvoll

Der Markt für Nahrungsergänzungen ist groß. Der Bedarf im Welpenalter dagegen oft klein. Ein gesund wachsender Welpe mit bedarfsdeckender Fütterung benötigt in der Regel keine zusätzlichen Supplements.

Besonders kritisch sind:

  • Calciumpräparate „auf Verdacht“
  • Kombiprodukte für Wachstum oder Gelenke
  • prophylaktische Gelenksupplements

Gelenkprobleme entstehen im Wachstum meist durch zu schnelles Wachstum – nicht durch fehlende Gelenkbausteine.

Zusätze für Darm oder Gelenke können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, sollten aber gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt werden, nicht dauerhaft und nicht mal eben auf Verdacht oder prophylaktisch.


Fazit: Struktur schlägt Aktionismus

Welpenfütterung muss nicht kompliziert sein.
Sie braucht vor allem:

  • Verständnis für Wachstum
  • klare Strukturen
  • Zurückhaltung bei Zusätzen
  • regelmäßige Beobachtung

Nicht möglichst viel, sondern das Richtige zur richtigen Zeit macht den Unterschied.


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Ernährung|Welpen

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